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Die Ankunft in Edoras
Als wir endlich wieder aus Fangorn draußen waren, stieß Gandalf einen anziehenden Lockruf aus, doch bevor ich zu ihm stürmen konnte, kam ein wunderschöner und gut gebauter Hengst azuf Gandalf zugallopiert und die beiden rieben zärtlich ihre Nasen aneinander. Was würde ich geben, um in diesem Moment ein Pferd zu sein! Ich würde Gandalf auch auf mir reiten lassen...
In Edoras angekommen, segelte mir zur Begrüßung eine Flagge entgegen. Ist es in Rohan Sitte, statt Taschentüchern Flaggen fallen zu lassen? Und ich musste noch nicht einmal meinen Minnegesang zum Besten geben! Allerdings konnte ich es nicht riskieren, abzusteigen und die Flagge aufzuheben, weil ich fürchtete, einen Hexenschuss zu bekommen. Und wer weiß, was oder wer mich oben in der Stadt erwartete...
Und so sah ich auch prompt, nachdem ich in die Stadt geritten war, eine wunderschöne blonde und bezaubernde Frau vor der Halle des Königs stehen. Sie wirkte verzweifelt und ich konnte es kaum erwarten, sie zu "trösten". Als ich aber das zweite Mal hochblickte, war sie verschwunden. War sie etwa schon vorrausgegangen und wartete nun sehnsüchtig, nur leicht bekleidet und in weichen Kissen liegend, auf mich?
Oben vor der Halle wurden wir schon erwartet und ein bärtiger Mann kam auf uns zu, den Gandalf mit einem vielsagenden "Ah!" begrüßte. Kannten die beiden sich schon länger? Als der Mann Gandalf dann auch noch mit "Gandalf Grau(unter)rock" anredete, wurde mir klar, dass sie mehr als nur gute Freunde waren und ich wurde eifersüchtig: Warum scheine ich hier er einzige zu sein, der noch nicht zu dem Vergnügen mit Gandalf gekommen ist? Was haben die, was ich nicht habe?
Nun wurden wir aufgefordert, die Waffen abzulegen. Fürchtete der etwa, dass ich in der Halle eine "Schlacht" veranstalten würde, war ich schon so berühmt berüchtigt in Mittelerde? Mein Ruf war mir anscheinend vorausgeeilt.
Ich stand eine Weile zögernd da und meinte dann: "Es ist nicht mein Wunsch, mein Schwert abzulegen und es irgendeinem anderen Menschen in die Hand zu geben, wenn ich nicht dabei bin."
Der Mann antwortete, es sei Théodens Wunsch. Théoden fürchtete anscheinend, dass seine Männer von der Arbeit abgelenkt würden oder dass in etwa 9 Monaten hier viele kleine Aragorns (Eregyrn) herumkrabbeln würden...
Sehr widerwillig legte ich dann mein bestes Stück ab und stellte es an die Wand, nicht ohne vorher zu warnen, dass jeder zu Tode kommen soll, der es wagen sollte, Andúril in meiner Abwesenheit zu ziehen.
to be continued... |
© Maria Klüver und Felicitas Molnar